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Für die Zukunft alles geregelt

Wer soll etwas erben und wie viel? Mit einem Testament nehmen Sie die Verteilung Ihres Nachlasses selbst in die Hand.

Testament contra gesetzliche Erbfolge

Foto: Fotolia

Den Nachlass selbst regeln

Wie kann ich sicherstellen, dass mein Erbe ganz nach meinen Wünschen verteilt wird? Liegt kein Testament des Erblassers vor, so tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge ein. Der Nachlass wird dann nach Verwandtschaftsgrad unter den Angehörigen aufgeteilt (siehe Teil 1 der Serie). Doch das entspricht häufig nicht den persönlichen Wünschen des Erblassers.

Sie wollen in Ihrem Erbe auch einen guten Freund begünstigen, möchten einen Teil Ihres Besitzes einer wohltätigen Organisation vererben oder auch einem möglichen Streit Ihrer Nachkommen vorbeugen? Dann machen Sie ein Testament! Denn damit liegt die Verteilung Ihres Vermögens wortwörtlich in Ihrer Hand. Sie können das Dokument jederzeit korrigieren oder neu abfassen, um es veränderten Lebensumständen anzupassen; zum Beispiel wenn Sie eine neue Ehe eingehen oder sich mit einer ursprünglich als Erbe eingesetzten Person nicht mehr verstehen. Diese Möglichkeit sollten Sie übrigens auch bedenken, wenn Sie bereits ein Testament hinterlegt haben.

 

Der Pflichtteil

Gut zu wissen: Auch wenn der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, die Kinder oder – bei kinderlosen Paaren – die Eltern des Erblassers nicht im Testament oder Erbvertrag berücksichtigt wurden, steht ihnen laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) die Hälfte ihres jeweiligen gesetzlichen Erbteils zu. Dieser sogenannte Pflichtteil muss von den Pflichtteilsberechtigten innerhalb einer Frist von drei Jahren  gegenüber den Erben aktiv geltend gemacht werden. Und er muss von den eingesetzten Erben als Geldsumme ausgezahlt werden. Das gilt auch, wenn ausschließlich Sachwerte wie ein Haus vererbt wurden. Dann ist allerdings unter bestimmten Umständen eine Auszahlung in Raten (Stundung) möglich.

Ein Beispiel: Ein Erblasser hat seine Ehefrau, mit der er im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft lebte, zu 7/8, seine Tochter zu 1/8 testamentarisch als Erben eingesetzt. Der Nachlasswert beträgt 800.000 Euro. Der Pflichtteil der Tochter beträgt 1/4 (200.000 Euro). Da sie aber bereits mit 100.000 Euro (1/8 von 800.000 Euro) bedacht ist, hat sie einen Anspruch auf einen Zusatzpflichtteil in Höhe des fehlenden Wertes (100.000 Euro).

Mehr Informationen unter:

www.erbrecht.de

www.bmjv.de

www.rechtslexikon-online.de

 

Das eigenhändige Testament

Der einfachste Weg, seinen Nachlass zu regeln, ist das eigenhändige Testament. Die gesamte Urkunde muss dabei vom Erblasser handschriftlich verfasst und mit Vor- und Zunamen unterschrieben sein. Ein am Computer oder auf der Schreibmaschine getipptes Testament ist ungültig – auch dann, wenn es am Ende eigenhändig unterschrieben wurde. Der Begriff der Unterschrift ist zudem wörtlich zu nehmen – eine Signatur in der Kopfzeile reicht nicht aus.

Bei einem gemeinschaftlichen Testament von Ehegatten oder Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft müssen beide Erblasser mit Vor- und Zuname unterschreiben. Auch Zeit und Ort der Niederschrift müssen unbedingt im Schriftstück festgehalten werden. Denn durch ein neues Testament kann das alte ganz oder teilweise aufgehoben werden. Besteht das Testament aus mehreren Seiten, muss jede einzelne nummeriert, mit dem aktuellen Datum versehen und mit vollem bzw. vollen Namen unterschrieben sein.

Die Besonderheiten des sogenannten „Berliner Testaments“ im Teil 3 der großen Serie.

Ein eigenhändiges Testament richtig verfassen

  • Ein Testament muss komplett handschriftlich verfasst und mit Vor- und Zunamen unterschrieben sein.
  • Bei einem gemeinschaftlichen Testament müssen beide Ehe- bzw. eingetragene Lebenspartner unterschreiben.
  • Achten Sie auf die rechtlich korrekte Wortwahl.
  • Jede einzelne Seite muss mit Ort und Datum der Niederschrift versehen sein.
  • Mehrere Seiten müssen nummeriert sein.
  • Die Erben müssen eindeutig benannt sein.

 

Vorsicht bei unklaren Begriffen

Wichtig bei der Erstellung einer letztwilligen Verfügung ist neben den Formalien auch die Verwendung der richtigen Begriffe: „Es kommt hin und wieder vor, dass ein Erblasser sein Vermögen ‚vermacht‘, obwohl er es eigentlich vererben will. Im Erbrecht sind ‚Erbe‘ und ‚Vermächtnis‘ ganz unterschiedliche Dinge“, erläutert Nadine Schwarzkopf, Fachliche Leiterin der Abteilung für Individuelle Kontoangelegenheiten bei der Sparda-Bank Südwest. „Ein Vermächtnisnehmer ist im Gegensatz zum Erben kein Rechtsnachfolger des Verstorbenen. Das heißt, er hat zum Beispiel keinerlei Zugriffsrechte auf Bankkonten des Erblassers“, so die Erbschaftsexpertin. Bei einem Vermächtnis wird dem Begünstigten nur ein Vermögensvorteil, zum Beispiel ein bestimmter Gegenstand, eine Geldsumme oder auch die lebenslange Nutzung einer Immobilie, vermacht, ohne ihn als Erben einzusetzen. Der Vermächtnisnehmer darf bzw. muss sich weder um die Verwaltung des Erbes kümmern noch für Nachlassverbindlichkeiten haften – außer bei einem Immobilienvermächtnis, bei dem auf der Immobilie noch Schulden lasten.  

„Um die Erben eindeutig und schnell legitimieren zu können, ist es außerdem mehr als sinnvoll, sie mit Namen, Anschriften und Geburtsdaten zu benennen. Die Bezeichnung ‚meine Kinder‘ ist hier zum Beispiel für uns als kontoführende Bank nicht aussagekräftig genug“, so Nadine Schwarzkopf. Denn schließlich weiß eine Bank nicht unbedingt, wie viele Kinder ihre Kunden haben.

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Das notarielle Testament

Auf Nummer sicher beim Notar

Wer beim Abfassen seines Testaments auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ein öffentliches bzw. notarielles Testament abfassen. Dieses wird entweder mündlich gegenüber einem Notar erklärt oder schriftlich verfasst und diesem übergeben. Vorteil: Der Notar kann Sie nicht nur zu Erbschaftsfragen beraten, er ist sogar verpflichtet, Ihnen bei der Formulierung zu helfen. Zudem erhalten Sie von ihm Informationen zur Erbschaftsteuer.

Die Gebühr für ein notarielles Testament richtet sich nach dem Wert des Vermögens, über das verfügt wird (siehe Tabelle unten). Etwaige Verbindlichkeiten werden bei der Gebührenfestsetzung abgezogen,  jedoch nur bis zur Hälfte des Vermögens. Lassen Sie sich aber von den Kosten nicht abschrecken – unklar abgefasste Testamente führen oft zum Streit unter den Erben; die daraus möglicherweise entstehenden gerichtlichen Auseinandersetzungen können Ihren Erben deutlich höhere Kosten verursachen.

Ein weiterer Vorteil des notariellen Testaments: Es ersetzt in jedem Fall den Erbschein. Mit diesem müssen sich ansonsten die Angehörigen gegenüber Behörden, Ämtern oder Banken als rechtmäßige Erben ausweisen. „Ein eigenhändiges Testament erfüllt nur in einigen Erbfällen diesen Zweck. Manchmal ist hier dennoch ein Erbschein erforderlich – und der ist mit höheren Kosten verbunden als eine gewöhnliche Testamentseröffnung“, erklärt Nadine Schwarzkopf. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im nächsten Teil zum Thema „Erben und Vererben“!

Nicht zuletzt sollten Sie sicherstellen, dass Ihre letztwillige Verfügung auch sicher verwahrt und im Fall der Fälle schnell gefunden wird. Verwahren kann Ihr Testament zum Beispiel der Notar. Sinnvoll ist die Registrierung im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer (www.testamentsregister.de). Sie kostet einmalig 15 Euro. Informieren Sie in jedem Fall eine Person Ihres Vertrauens darüber, wo Ihr Testament verwahrt wird.

 

 Stand: Juni 2014; Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucher (bmjv)

 

Alternative Erbvertrag

Alle Verfügungen, die in einem Testament möglich sind, können Sie auch in einem Erbvertrag machen. Der Unterschied zum Testament: Sie schließen einen Vertrag mit dem eingesetzten Erben, der diesem die Erbschaft rechtsverbindlich zusichert. So kann beispielsweise ein selbstständiger Handwerker oder Landwirt seinen Sohn im Erbvertrag zu seinem Nachfolger als Inhaber des Betriebs bestimmen und sich damit gleichzeitig seine Mitarbeit im Unternehmen sichern.

Der Erbvertrag kann nur vor einem Notar bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Vertragspartner geschlossen werden. Grundsätzlich ist der Erblasser an die vertraglichen Abmachungen gebunden und kann, anders als beim Testament, seinen letzten Willen nicht einseitig ändern. Die Rechtswirkung des Erbvertrags tritt erst mit dem Erbfall ein – der Erblasser kann zu Lebzeiten weiterhin frei über sein Vermögen verfügen. Das Gesetz bietet allerdings Schutz gegen solche Verfügungen, die die Erberwartung des oder der „Vertragserben“ schmälern.

Egal ob Testament oder Erbvertrag: Für die Erben treten im Falle eines Erbes häufig Fragen rund um die Vermögens-sicherung und die passenden Geldanlagen auf. Gern beraten wir Sie diesbezüglich ausführlich zu Ihren persönlichen Anliegen und Ihren Möglichkeiten – machen Sie einfach einen Termin in Ihrer Filiale!

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Freibeträge und Erbschaftssteuer

Wie hoch die Erbschaftsteuer ausfällt, hängt von der Höhe des Erbes und vom Verwandtschaftsgrad des jeweiligen Erben ab. „Die gesetzlichen Vorschriften gelten im Prinzip auch im Falle einer Schenkung“, erklärt Steuerberater Ulrich Thiemann (siehe Interview unten) Hier bestehen jedoch weitaus größere Möglichkeiten im Hinblick auf die Nutzung von Steuervorteilen (mehr im Interview).

Stand: Juni 2014; Quelle: DVEV - Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge e.V.; Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (bmjv)

 

Interview mit Steuerberater Ulrich Thiemann

Wie kann bei der Erbschaftsteuer gespart werden?

Darauf kann und sollte der Erblasser im Vorfelde Einfluss nehmen. Wichtig sind die Ausnutzung der Freibeträge, die Gestaltung eines Ehevertrages sowie die Nutzung von Vermächtnissen. Die langfristige Planung mit einem versierten Steuerberater ist dabei dringend empfohlen.

Wie sehen die Möglichkeiten genau aus?

Beträchtlich sparen kann man nach dem derzeitigen Erbschaftsteuergesetz, wenn man Teile des Vermögens bereits zu Lebzeiten verschenkt, um möglichst viele Freibeträge zu nutzen, und die Verteilung des restlichen Vermögens in einem Testament regelt. Besonders nützlich ist dies bei Nichtverwandten, darunter auch feste Lebensgefährten, die lediglich einen Freibetrag von 20.000 Euro haben.

Mit einem Vermächtnis kann der Erblasser festlegen, dass zum Beispiel ein guter Freund den Sportwagen oder die Tochter das Familienheim erhält. Der Erbe kann den Wert des Vermächtnisses vom Wert seines Erbes abziehen, um die Freibeträge möglichst wenig zu überschreiten.

Bei einer Schenkung zu Lebzeiten kann der Freibetrag mehrmals ausgenutzt werden, da dieser alle zehn Jahre wieder neu gewährt wird. Erfolgt eine weitere Schenkung oder der Erbfall erst zehn Jahre nach einer Schenkung, so leben die Freibeträge wieder von neuem auf. Und: Großeltern können jedem Enkelkind 200.000 Euro steuerfrei schenken.

Ulrich Thiemann

Der Steuerberater bei ETL European Tax and Law und Vizepräsident der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz sprach am 13. Mai beim SpardaRatgeber-Forum in Neuwied.

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Neue Verordnung für Erbfälle innerhalb der EU

Mit einer neuen Europäischen Erbschaftsverordnung ab dem 17. August 2015 wird die Abwicklung von Erbfällen innerhalb der EU vereinfacht. Sie regelt, welches nationale Erbrecht anzuwenden ist, wenn Vermögen in mehreren EU-Staaten zu vererben ist, und folgt dem Recht des „gewöhnlichen Aufenthalts“: Lebt und stirbt beispielsweise ein Deutscher in Frankreich, unterliegt die Erbschaft dem französischen Recht. Es sei denn, im Testament wird ausdrücklich die Anwendung deutschen Erbrechts festgelegt. Allerdings können ausländische Regelungen stark von den deutschen abweichen - daher sollte jeder Betroffene rechtzeitig prüfen, welches Erbrecht für ihn günstiger ist, und sich beraten lassen.

Mit dem außerdem vorgesehenen Europäischen Nachlasszeugnis können Erben und Nachlassverwalter überall in der EU ohne weitere Formalitäten ihre Rechtsstellung nachweisen.

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